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Barrierefreiheit

Website barrierefrei machen: was es kostet und wovon der Aufwand abhängt

Enver Eser 7 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es kostet, eine Website barrierefrei zu machen, hängt weniger an der Zahl der Seiten als an der Art der Befunde. Ein fehlender Fokusrahmen ist eine Zeile im Stylesheet. Ein Menü, das sich nicht per Tastatur bedienen lässt, kann einen Umbau bedeuten.
  • Es gibt drei Wege: nachbessern, einzelne Bausteine umbauen oder neu bauen. Welcher günstiger ist, zeigt erst eine Prüfung, automatisch und von Hand.
  • Ein Barrierefreiheits-Plugin kostet ein laufendes Abo und ändert den Code darunter nicht. Kleinstunternehmen können sich kostenlos von der Bundesfachstelle Barrierefreiheit beraten lassen.

Stand: November 2026. Dieser Beitrag beschreibt Aufwand und Technik und ist keine Rechtsberatung. Ob das BFSG für Ihren Betrieb gilt, klären Sie mit Ihrem Rechtsbeistand.

Wer wissen will, was es kostet, eine Website barrierefrei zu machen, hat meist schon eine Vorfrage hinter sich: Betrifft mich das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz? Wenn Sie das noch nicht geklärt haben, fangen Sie dort an. Für viele reine Präsentationsseiten lautet die Antwort nein.

Muss meine Website barrierefrei sein? Wer seit Juni 2025 unter das BFSG fällt und wer ausgenommen ist

Eine Pauschale nenne ich hier nicht. Der Aufwand hängt an den Fehlern, die Ihre Seite tatsächlich hat, und die kennt vor einer Prüfung niemand. Was hier steht: aus welchen Posten sich die Kosten zusammensetzen, welche Befunde klein und welche groß ausfallen und wie Sie vorab einschätzen, ob es eher eine Nachbesserung oder ein Neubau wird.

Woraus setzen sich die Kosten zusammen?

Aus vier Posten.

Zwei davon fallen einmal an, einer hängt an Ihren Inhalten, und einer bleibt, solange die Seite läuft.

Die Posten einer barrierefreien Website
PostenWas dazugehörtWovon der Aufwand abhängt
PrüfungWas dazugehört Automatischer Test aller Adressen, dann Prüfung von Hand mit Tastatur, Zoom und BildschirmleserWovon der Aufwand abhängt Zahl der unterschiedlichen Seitentypen, nicht Zahl der Seiten
Behebung im CodeWas dazugehört Kontraste, Fokus, Beschriftungen, Struktur, Bedienung per TastaturWovon der Aufwand abhängt Art der Befunde und ob es Zugriff auf den Code gibt
InhalteWas dazugehört Alternativtexte, Dokumente wie PDFs, Untertitel für VideosWovon der Aufwand abhängt Menge der Bilder, Dokumente und Videos
PflegeWas dazugehört Neue Inhalte so einpflegen, dass sie die Barrierefreiheit nicht wieder brechenWovon der Aufwand abhängt Wie oft und von wem die Seite geändert wird

Wer unter das BFSG fällt, braucht zusätzlich die Informationen zur Barrierefreiheit nach Anlage 3 des Gesetzes. Technisch ist das eine eigene, aus der Fußzeile verlinkte Seite und damit der kleinste Posten. Den Inhalt stimmen Sie mit Ihrem Rechtsbeistand ab.

Welche Befunde sind günstig, welche werden teuer?

Die meisten Fehler sind einzeln schnell behoben.

Teuer wird es, wenn ein Fehler im Grundgerüst steckt oder in Code, auf den niemand Zugriff hat. Die Tabelle zeigt typische Befunde und warum sie so unterschiedlich ausfallen.

Typische Befunde und ihr Aufwand
BefundAufwandWarum
Fokusrahmen entfernt oder kaum sichtbarAufwand kleinWarum Eine Regel im Stylesheet, wirkt auf der ganzen Seite
Formularfelder ohne BeschriftungAufwand kleinWarum Liegt meist in einer einzigen Formularvorlage
Sprache der Seite fehlt im CodeAufwand kleinWarum Ein Attribut im Grundgerüst
Text mit zu schwachem KontrastAufwand klein bis mittelWarum Farbwerte sind zentral änderbar, betreffen aber manchmal die Markenfarben
Überschriften nur optisch, nicht im CodeAufwand klein bis mittelWarum Vorlage plus jede Seite, auf der Inhalte so gesetzt wurden
Fehlende AlternativtexteAufwand je Bild klein, in Summe mittelWarum Beschreiben kann ein Bild nur, wer weiß, was es zeigen soll
Menü, Slider oder Pop-up nur mit Maus bedienbarAufwand mittel bis großWarum Der Baustein muss oft neu gebaut statt repariert werden
PDFs ohne StrukturAufwand je DokumentWarum Neu erstellen oder den Inhalt als Webseite anbieten
Buchung oder Kasse eines FremdanbietersAufwand schwer kalkulierbarWarum Der Code liegt beim Anbieter, nicht bei Ihnen

Seitentypen zählen, nicht Seiten

Eine Website mit 50 Adressen besteht meist aus vier oder fünf Vorlagen: Startseite, Leistungsseite, Beitrag, Kontakt. Ein Fehler in der Vorlage taucht auf jeder Seite auf, die sie nutzt, und ist mit einer Korrektur überall behoben. Deshalb ist die Seitenzahl ein schlechter Maßstab für den Aufwand.

Bei wemodo.de war das gut zu sehen. Die automatische Prüfung aller 53 Adressen gegen WCAG 2.1 A und AA fand fünf Arten von Fehlern, darunter zu schwachen Kontrast im Anfrageformular, Links, die sich nur durch die Farbe vom Text abhoben, und Tabellen, die sich auf dem Handy nicht per Tastatur scrollen ließen. Behoben habe ich sie in gemeinsamen Bausteinen wie der Tabelle der Beiträge und dem Formular, nicht Seite für Seite. Der zweite Lauf ergab keinen Befund. Die Prüfung von Hand mit Bildschirmleser steht noch aus, deshalb nenne ich die Seite noch nicht barrierefrei.

Nachbessern, umbauen oder neu bauen: was ist günstiger?

Das entscheidet die Befundliste.

Als grobe Orientierung, bevor sie vorliegt:

Drei Wege zur barrierefreien Website
WegPasst, wennKostenrisiko
NachbessernPasst, wenn die Seite technisch gesund ist und die Befunde in Vorlagen und Inhalten liegenKostenrisiko gering, weil jeder Befund einzeln abgeschätzt werden kann
Bausteine umbauenPasst, wenn einzelne Teile wie Menü, Slider oder Formular grundsätzlich nicht per Tastatur funktionierenKostenrisiko mittel, weil ein neuer Baustein auch neu getestet werden muss
Neu bauenPasst, wenn die Seite ohnehin veraltet ist, der Code nicht zugänglich ist oder sich die Fehler durch das Grundgerüst ziehenKostenrisiko planbar, weil Barrierefreiheit von Anfang an Teil der Arbeit ist

Barrierefreiheit von Anfang an mitzubauen ist fast immer günstiger, als sie nachzurüsten. Kontraste, Tastaturbedienung und beschriftete Felder kosten beim Neubau kaum zusätzliche Zeit. Steht ohnehin ein Relaunch an, lohnt es sich deshalb selten, die alte Seite vorher noch aufwendig nachzubessern.

Was kostet ein Website-Relaunch? Wenn die Prüfung zeigt, dass ein Neubau der kürzere Weg ist

Website im Baukasten oder mit WordPress: was lässt sich selbst machen?

Bei Baukästen wie Wix, Jimdo oder den Website-Baukästen von IONOS und Strato können Sie vieles an den Inhalten selbst erledigen: Alternativtexte eintragen, Überschriften richtig wählen, Farben mit genug Kontrast einstellen, Linktexte verständlich formulieren. Das kostet vor allem Ihre Zeit.

Was Sie dort nicht ändern können, ist der Code der Vorlage und des Anbieters. Lässt sich ein Menü der Vorlage nicht per Tastatur bedienen, bleibt das so, bis der Anbieter es ändert oder Sie die Vorlage wechseln. Prüfen Sie deshalb zuerst die Vorlage, bevor Sie Zeit in die Inhalte stecken.

Bei WordPress liegt der Code zwar offen, verteilt sich aber auf Theme und Plugins. Slider, Formulare und Cookie-Banner kommen oft aus Erweiterungen mit eigenem Code. Jede davon ist ein eigener Prüfpunkt, und nicht jede lässt sich reparieren. Manchmal ist der Austausch eines Plugins oder des Themes der günstigere Weg.

Baukasten, Framer, WordPress oder eigener Code Welcher technische Weg zu welcher Website passt

Was kostet ein Barrierefreiheits-Plugin, und was bringt es?

Gemeint sind Werkzeuge, die per Skript eine Leiste mit Schriftgröße, Kontrastschalter oder Vorlesefunktion über die Seite legen.

Sie werden meist als Abo verkauft, die Kosten fallen also Jahr für Jahr an und nicht einmal.

Am Code darunter ändern sie nichts. Fehlende Beschriftungen, falsche Überschriften und Knöpfe, die sich nicht per Tastatur erreichen lassen, bleiben, wo sie sind. Maßstab der Norm ist die Seite selbst, nicht eine Leiste darüber. Im Overlay Fact Sheet haben über 1.000 Fachleute für Barrierefreiheit, Entwickler und Betroffene unterschrieben, dass kein solches Produkt eine Website vollständig konform mit einem bestehenden Standard macht.

Das Geld für ein Abo ist deshalb besser in die Behebung der Befunde investiert. Danach braucht die Seite keine Leiste mehr, weil Browser und Betriebssysteme Vergrößerung, Kontrast und Vorlesen ohnehin mitbringen.

Welche Kosten kommen nach dem Umbau?

Barrierefreiheit ist kein Zustand, den man einmal herstellt.

Jeder neue Beitrag, jedes neue Bild und jedes hochgeladene PDF kann einen Fehler zurückbringen. Wer die Seite selbst pflegt, braucht deshalb zwei, drei Regeln: Alternativtext zu jedem Bild, Überschriften über das Menü des Editors statt über Fettdruck, PDFs nur mit Struktur. Wer die Pflege abgibt, sollte fragen, ob neue Inhalte vor dem Veröffentlichen geprüft werden.

Website-Betreuung: was dazugehört Woran Sie erkennen, dass Pflege tatsächlich passiert

Gibt es Unterstützung für kleine Betriebe?

Kleinstunternehmen, also Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme, berät die Bundesfachstelle Barrierefreiheit kostenlos (§ 15 BFSG). Das ist keine Umsetzung, aber eine gute Stelle für die Frage, ob und wie weit Sie überhaupt etwas tun müssen.

Wichtig ist die Abgrenzung: Kleinunternehmer im Sinne der Umsatzsteuer und Kleinstunternehmen im Sinne des BFSG sind zwei verschiedene Dinge. Wer keine Umsatzsteuer ausweist, ist deshalb nicht automatisch ausgenommen. Entscheidend sind Beschäftigtenzahl und Umsatz oder Bilanzsumme.

Wie kommen Sie zu einer belastbaren Zahl?

In dieser Reihenfolge, damit Sie kein Geld für einen Schritt ausgeben, der sich danach als unnötig herausstellt:

  1. Klären Sie, ob das BFSG für Ihre Website gilt. Ist die Antwort nein, entscheiden Sie frei, wie weit Sie gehen.
  2. Machen Sie einen kostenlosen ersten Test, etwa mit WAVE oder Lighthouse. Das zeigt, ob es eher wenige oder viele Befunde sind.
  3. Lassen Sie die Seite prüfen, automatisch und von Hand. Ergebnis sollte eine Liste sein, keine Punktzahl.
  4. Lassen Sie sich den Aufwand je Befund oder je Gruppe von Befunden einschätzen.
  5. Entscheiden Sie dann zwischen Nachbessern, Umbau und Neubau.
Website barrierefrei machen: die Checkliste Die Prüfpunkte nach WCAG 2.1 und kostenlose Testwerkzeuge

Woran Sie ein brauchbares Angebot erkennen

  • Es nennt den Maßstab: WCAG 2.1 Stufe AA, auf die die Norm EN 301 549 für Websites verweist.
  • Es trennt automatische Prüfung und Prüfung von Hand. Wer nur ein Werkzeug laufen lässt, prüft einen Teil.
  • Es liefert eine Befundliste mit Stelle und Schwere, nicht nur eine Note.
  • Es sagt, was nicht enthalten ist, etwa PDFs, Videos oder Inhalte von Fremdanbietern.
  • Eine zweite Prüfung nach der Behebung gehört dazu.
  • Es verspricht keine vollständige Barrierefreiheit per Plugin.

Genau so arbeite ich auch: erst die Prüfung, dann die Befundliste, dann eine Einschätzung des Aufwands, bevor etwas gebaut wird. Was im Code liegt, behebe ich. Was in Ihren Inhalten liegt, zeige ich Ihnen so, dass Sie es künftig selbst richtig machen.

Quellen

Fragen, die dazu oft kommen

Mehr dazu, wie ich das für Betriebe umsetze:

Barrierefreie Website
Ist ein Neubau günstiger, als eine alte Website barrierefrei zu machen?

Nicht immer, aber oft dann, wenn die Seite ohnehin in die Jahre gekommen ist. Liegen die Fehler in wenigen Vorlagen, ist Nachbessern günstiger. Ziehen sie sich durch das Grundgerüst oder ist der Code nicht zugänglich, wie bei manchen Baukästen, ist ein Neubau oft der kürzere Weg. Bei einem Neubau kostet Barrierefreiheit kaum zusätzliche Zeit.

Kann ich meine Wix- oder Jimdo-Website selbst barrierefrei machen?

Teilweise. Alternativtexte, Überschriften, Linktexte und Farbkontraste können Sie selbst einstellen. Fehler im Code der Vorlage, etwa ein Menü ohne Tastaturbedienung, können Sie nicht beheben. Dann hilft nur eine andere Vorlage oder ein Wechsel der Plattform.

Macht ein Barrierefreiheits-Plugin meine Website BFSG-konform?

Nein. Solche Werkzeuge legen eine Bedienleiste über die Seite, ändern aber nicht den Code darunter. Fehlende Beschriftungen, falsche Struktur und fehlende Tastaturbedienung bleiben bestehen. Dazu kommt ein Abo, das jedes Jahr wieder anfällt.

Muss ich als Kleinunternehmer Geld in eine barrierefreie Website stecken?

Das hängt nicht an der Umsatzsteuer, sondern am BFSG-Begriff des Kleinstunternehmens: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Dienstleister, die beides erfüllen, sind ausgenommen. Ob Ihr Betrieb darunter fällt, klären Sie im Zweifel mit Ihrem Rechtsbeistand oder in der kostenlosen Beratung der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.

Ich lese jede Anfrage selbst. Kein Postfach, kein Vertrieb dazwischen.

Erzählen Sie mir von Ihrem Projekt

Website, Relaunch, Software oder App: Füllen Sie die Lücken aus, der Rest ist ein kurzer Brief.

Antwort am nächsten Werktag, von mir und ohne Textbaustein. Im ersten Gespräch sehe ich mir Ihren Auftritt an und sage, was ich zuerst ändern würde, auch wenn Sie danach nicht mit Wemodo arbeiten.

Danach wissen Sie, was das Projekt kostet und wie lange es dauert. Unverbindlich.

An Enver Eser Wemodo · Burgau

Hallo Enver,

ich bin von .

Ich interessiere mich für
Eingeplant sind etwa

Ein paar Sätze genügen: was Sie haben, was Sie brauchen.

Antwort bitte an , gern auch telefonisch unter .

Antwort binnen 24 Stunden, persönlich.