Technik & Werkzeuge
Was kostet eine App? Kostentreiber, Store-Gebühren und die Web-App als Alternative.
Was kostet eine App? Welche Punkte den Aufwand treiben, was Apple und Google an Gebühren verlangen und wann eine Web-App die günstigere Lösung ist.
- Veröffentlicht
- 7. Oktober 2026
- Lesezeit
- 5 Minuten
- Autor
- Enver Eser
Die Frage „Was kostet eine App?“ ist noch offener als die nach einer Website. Eine App kann ein Formular mit Login sein oder eine Software, mit der ein Betrieb seinen ganzen Tag organisiert. Der Unterschied liegt selten in der Zahl der Bildschirme. Er liegt in dem, was man nicht sieht.
Preise von Wemodo stehen hier nicht. Die Beispiele stammen aus Werkerly, der Handwerker-App von Wemodo, die seit September 2026 im App Store und bei Google Play steht.
Wovon hängen die Kosten einer App ab?
Vom Umfang der Funktionen und von allem, was diese Funktionen im Hintergrund brauchen. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Kostentreiber.
| Kostentreiber | Wenig Aufwand | Viel Aufwand |
|---|---|---|
| Plattformen | Eine Plattform oder nur Browser | iPhone, Android und Web |
| Codebasis | Eine für alle Plattformen | Getrennt nativ entwickelt, je Plattform ein Projekt |
| Konten und Rechte | Kein Login | Login, Rollen, mehrere Betriebe mit getrennten Daten |
| Daten | Nur auf dem Gerät | Server und Datenbank, Abgleich zwischen Geräten |
| Offline | Nur mit Netz nutzbar | Erfassen ohne Netz, Nachsenden bei Verbindung |
| Gerätefunktionen | Keine | Kamera, Push-Benachrichtigungen, Unterschrift, Standort |
| Anbindungen | Keine | Zahlung, Buchhaltung, E-Mail-Versand, andere Programme |
| Store | Keine Veröffentlichung | Einreichung, Prüfung und Datenschutzangaben bei Apple und Google |
Eine Codebasis oder nativ?
Eine plattformübergreifende App entsteht einmal und läuft auf iPhone, Android und im Browser. Native Entwicklung heißt: je Plattform eine eigene App in eigener Sprache, Swift für iOS, Kotlin für Android. Das sind im Kern zwei Projekte mit zwei Ständen, die bei jedem Update beide angepasst werden.
Werkerly ist plattformübergreifend gebaut: SvelteKit im Browser, dieselbe Oberfläche über Capacitor als native App in beiden Stores, mit Kamera, Push-Benachrichtigungen und Offline-Speicher. Ein Update erreicht alle drei Plattformen. Native Entwicklung lohnt sich bei Spielen, aufwendiger Grafik oder tiefem Zugriff auf die Hardware. Für Geschäftsanwendungen ist eine Codebasis meist der wirtschaftlichere Weg.
Konten, Server und Datenbank
Sobald Nutzer sich anmelden und Daten zwischen Geräten geteilt werden, braucht die App einen Server und eine Datenbank. Das ist oft der größere Teil der Arbeit. Bei Werkerly gehört jede Zeile in der Datenbank einem Betrieb, und die Datenbank selbst verhindert, dass ein Betrieb die Daten eines anderen sieht. Dahinter stehen 217 versionierte Datenbank-Migrationen und rund 190 automatisierte Prüfläufe gegen die laufende App, darunter Angriffe auf genau diese Trennung.
Diese Zahlen sind kein Maßstab für Ihr Projekt. Sie zeigen, wo bei einer App mit Konten der Aufwand liegt: in Bereichen, die kein Nutzer je zu Gesicht bekommt.
Offline-Fähigkeit
Eine App, die ohne Netz funktionieren muss, speichert zuerst auf dem Gerät und gleicht später ab. Das klingt einfach und ist es nicht: Was passiert, wenn zwei Geräte denselben Eintrag offline ändern? Werkerly wird auf Baustellen benutzt, deshalb sendet eine Warteschlange Erfasstes nach, sobald wieder Verbindung besteht. Wer Offline braucht, sollte es von Anfang an einplanen. Nachgerüstet kostet es deutlich mehr.
Werkerly im Detail Die Handwerker-App: Ausgangslage, Technik und Store-Veröffentlichung
Was kosten App Store und Google Play?
Die Gebühren der Stores sind der einzige Posten mit festem Betrag. Beide verlangen ein Entwicklerkonto, unter dem die App veröffentlicht wird.
| Merkmal | Apple App Store | Google Play |
|---|---|---|
| Gebühr Entwicklerkonto | 99 US-Dollar im Jahr bzw. Gegenwert in Landeswährung | 25 US-Dollar einmalig |
| Prüfung | Jede Version wird vor Veröffentlichung geprüft | Jede Version wird vor Veröffentlichung geprüft |
| Besondere Auflage | Wer Konten anlegen lässt, muss die Löschung des Kontos in der App anbieten | Neue private Entwicklerkonten brauchen vor der Freigabe einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern über 14 Tage |
| Mindestfunktion | Eine App soll mehr bieten als eine verpackte Website | Richtlinien zu Inhalt und Funktion |
Die Gebühren selbst sind klein. Teurer ist die Arbeit drumherum: Datenschutzangaben in beiden Stores, Screenshots und Beschreibungen, Antworten auf Rückfragen der Prüfer. Bei Werkerly hieß das unter anderem, die Kontolöschung direkt in der App einzubauen, weil Apple sie verlangt.
Das Entwicklerkonto sollte auf Ihren Betrieb laufen. Dann gehört die App Ihnen und hängt nicht am Dienstleister.
Welche Kosten fallen nach dem Livegang an?
Eine App ist nach der Veröffentlichung nicht fertig. Apple und Google bringen jedes Jahr neue Betriebssystem-Versionen, und Bibliotheken bekommen Sicherheitsupdates. Dazu kommen Server und Datenbank, die laufend Geld kosten, sobald Nutzer Daten speichern, und die Gebühr bei Apple jedes Jahr.
- Server, Datenbank und Speicher, abhängig von Nutzerzahl und Datenmenge.
- Apple-Entwicklerkonto jährlich.
- Anpassungen an neue Versionen von iOS und Android.
- Fehlerbehebung und Weiterentwicklung nach echter Nutzung.
- Dienste im Hintergrund, etwa für E-Mail-Versand oder Zahlungen.
Ist eine Web-App die günstigere Alternative?
Oft ja. Eine Web-App läuft im Browser, ohne Store, ohne Prüfung und ohne Installation. Die Store-Gebühren entfallen, ebenso die Auflagen und die Wartezeit bis zur Freigabe. Ein Update ist live, sobald es eingespielt ist.
| Wenn Ihre Anwendung … | Eher |
|---|---|
| täglich und unterwegs genutzt wird | Store-App |
| ohne Netz funktionieren muss | Store-App |
| Push-Benachrichtigungen braucht | Store-App |
| gelegentlich am Schreibtisch geöffnet wird, etwa ein Kundenportal | Web-App |
| von Kunden ohne Installation genutzt werden soll | Web-App |
| schnell und ohne Prüfung geändert werden muss | Web-App |
Steht beides auf derselben Technik, muss die Entscheidung nicht endgültig sein. Werkerly läuft unter app.werkerly.de im Browser und aus derselben Codebasis in beiden Stores. Eine Web-App lässt sich so später zur Store-App erweitern, ohne neu anzufangen.
Software und Web-Apps Wenn es keine Store-App sein muss
Was kostet eine App im Durchschnitt?
Eine belastbare Zahl gibt es nicht. Eine neutrale Erhebung zu App-Preisen in Deutschland habe ich nicht gefunden, die Spannen im Netz stammen von Anbietern über ihre eigenen Projekte. Dazu kommt: „App“ bezeichnet Vorhaben, die sich um ein Vielfaches im Aufwand unterscheiden.
Sinnvoll ist, mit dem kleinsten brauchbaren Umfang live zu gehen und nach echter Nutzung zu erweitern. Das senkt das Risiko, ein Jahr lang an Funktionen zu bauen, die niemand braucht. Nach dem Erstgespräch bekommen Sie einen klar umrissenen ersten Umfang und eine Einschätzung dazu, bevor gebaut wird.
App-Entwicklung mit Wemodo iPhone, Android und Web aus einer Codebasis
Erstgespräch vereinbaren Vorhaben schildern, Umfang klären, Einschätzung bekommen
Quellen
- Apple Developer: Hilfe zur Registrierung (Jahresgebühr Developer Program)
- Google Play Console-Hilfe: Registrierungsgebühr für das Entwicklerkonto
- Google Play Console-Hilfe: Testanforderungen für neue private Entwicklerkonten
- Apple: App Review Guidelines (4.2 Mindestfunktion, 5.1.1 Kontolöschung)
Veröffentlicht am von Enver Eser. Themenfeld: Technik & Werkzeuge.
Wie viel kostet es, eine App in den App Store zu stellen?
Apple verlangt für das Developer Program 99 US-Dollar im Jahr, angezeigt wird bei der Registrierung der Gegenwert in Landeswährung. Google verlangt einmalig 25 US-Dollar. Der größere Aufwand liegt in der Vorbereitung: Datenschutzangaben, Beschreibungen, Screenshots und Antworten auf Rückfragen der Prüfer.
Ist eine App für iPhone und Android doppelt so teuer?
Nicht, wenn sie aus einer Codebasis entsteht. Dann wird die Oberfläche einmal gebaut und für beide Stores verpackt. Getrennte native Apps sind dagegen im Kern zwei Projekte, die bei jedem Update beide angepasst werden.
Kann ich meine Website einfach als App in den Store stellen?
In der Regel nicht. Apple schreibt in seinen Richtlinien, dass eine App mehr bieten soll als eine verpackte Website. Eine Store-App braucht einen eigenen Nutzen, etwa Offline-Funktionen, Kamera oder Benachrichtigungen.
Welche laufenden Kosten hat eine App?
Server und Datenbank, die jährliche Gebühr bei Apple, Anpassungen an neue Versionen von iOS und Android sowie Fehlerbehebung und Weiterentwicklung. Wie hoch diese Posten ausfallen, hängt an Nutzerzahl, Datenmenge und den eingebundenen Diensten.
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An Enver Eser Wemodo · Burgau
