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Handwerk

Mitarbeiter finden im Handwerk: die Karriereseite auf der eigenen Website.

Mitarbeiter finden im Handwerk über die eigene Website: was auf eine Karriereseite gehört, wie Bewerbung per Handy klappt, wie Google for Jobs sie zeigt.

Veröffentlicht
7. Oktober 2026
Lesezeit
6 Minuten
Autor
Enver Eser
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Auf vielen Handwerker-Websites steht unten auf der Startseite ein Satz wie „Wir suchen Verstärkung, melden Sie sich!“. Mehr nicht. Wer gerade überlegt, den Betrieb zu wechseln, erfährt daraus nichts: nicht, welche Stelle offen ist, nicht, wie der Tag aussieht, nicht, was der Betrieb bietet.

Ein Geselle, der wechseln will, vergleicht Betriebe. Er schaut abends auf dem Handy, oft nach Feierabend auf der Couch. Die Seite, die seine Fragen beantwortet, bekommt die Bewerbung.

Warum eine eigene Karriereseite statt eines Banners?

Eine Karriereseite ist eine eigene Unterseite, zum Beispiel unter /karriere, auf der jede offene Stelle mit eigenem Text steht. Sie hat drei Vorteile gegenüber einem Hinweis auf der Startseite.

  • Sie kann bei Google selbst gefunden werden, etwa bei „Elektriker Job Günzburg“. Ein Satz auf der Startseite kann das kaum.
  • Sie kann über strukturierte Daten in der Jobsuche von Google erscheinen.
  • Sie lässt sich verlinken: im Google-Unternehmensprofil, auf Instagram, auf dem Fahrzeug als QR-Code, in einer Anzeige im Gemeindeblatt.

Am besten bekommt jede Stelle eine eigene Seite, also eine für den Anlagenmechaniker und eine für die Ausbildung. Die Übersichtsseite /karriere sammelt sie und sagt in zwei Sätzen, wofür der Betrieb steht.

Was wollen Bewerber auf der Karriereseite sehen?

Bewerber wollen wissen, wie ein normaler Arbeitstag aussieht. Floskeln wie „junges, dynamisches Team“ und „leistungsgerechte Bezahlung“ stehen in fast jeder Anzeige und sagen deshalb nichts. Konkrete Angaben dagegen kann nur Ihr Betrieb machen.

Was Bewerber suchen und wo es auf der Seite steht
Was Bewerber suchenWo es auf der Seite steht
Welche Arbeit genauErster Absatz der Stellenseite: Art der Aufträge, Neubau oder Bestand, Privat- oder Gewerbekunden
Wie der Tag abläuftAbschnitt zum Arbeitstag: Treffpunkt, Uhrzeit, Fahrten, Baustellen
ArbeitszeitenListe direkt unter dem Titel: Wochenstunden, Beginn, Freitag, Bereitschaftsdienst ja oder nein
Fahrzeug und WerkzeugAbschnitt Ausstattung, mit Foto vom Fahrzeug und vom Werkzeug
Wer die Kollegen sindEchte Teamfotos und ein kurzer Satz vom Meister oder der Chefin
EinsatzgebietOrte und Umkreis, so wie Sie wirklich fahren
Gehalt oder SpanneListe unter dem Titel, wenn Sie es nennen wollen
Wie die Bewerbung gehtKnopf oben und unten: Anruf, WhatsApp, Kurzformular

Bei den Fotos gilt dasselbe wie bei Referenzen. Ein Stockfoto mit lachenden Handwerkern im sauberen Overall erkennt jeder. Ein Handyfoto vom echten Team vor dem echten Fahrzeug zeigt, wo man morgens anfängt. Für Schrott Ulm habe ich auf der ganzen Website eigene Fotos statt Bilddatenbank verwendet, bei Yolcu Gebäudereinigung zeigen Vorher-Nachher-Bilder die Arbeit. Auf einer Karriereseite wirkt das noch stärker, weil der Bewerber dort seinen künftigen Arbeitsplatz sucht.

Soll das Gehalt in die Stellenanzeige?

Ein Gehalt oder eine Spanne zu nennen ist heute Ihre Entscheidung. Viele Bewerber filtern danach, und eine Spanne erspart Gespräche, die am Ende am Geld scheitern. Wer nach Tarif zahlt, kann auch einfach den Tarifvertrag nennen.

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970 gibt Bewerbern in Art. 5 ein Recht auf Auskunft über das Einstiegsentgelt oder dessen Spanne, etwa in der Stellenausschreibung oder vor dem Vorstellungsgespräch. Außerdem dürfen Arbeitgeber dann nicht mehr nach dem bisherigen Gehalt fragen. Die Mitgliedstaaten mussten die Richtlinie laut Art. 34 bis zum 7. Juni 2026 umsetzen. Was davon für Ihren Betrieb in welcher Form gilt, regelt das deutsche Umsetzungsgesetz. Den aktuellen Stand klären Sie mit Ihrer Handwerkskammer oder Ihrem Rechtsbeistand.

Bewerbung ohne Anschreiben: per Handy, Anruf oder WhatsApp

Je kürzer der Weg zur Bewerbung, desto mehr Bewerbungen kommen an. Ein Monteur schreibt abends kein Anschreiben mit Lebenslauf als PDF. Er ruft an oder schickt eine Nachricht.

  • Ein Anrufknopf, der auf dem Handy mit einem Tipp wählt, dazu der Name der Person, die abnimmt.
  • Ein WhatsApp-Knopf mit vorausgefülltem Text, zum Beispiel „Hallo, ich interessiere mich für die Stelle als Anlagenmechaniker“.
  • Ein Kurzformular mit Name, Telefonnummer, Beruf und frühestem Beginn. Lebenslauf als freiwilliges Feld.

Schreiben Sie dazu, was nach der Nachricht passiert: „Ich melde mich innerhalb von zwei Arbeitstagen und lade Sie auf einen Kaffee in die Werkstatt ein.“ Das nimmt die Hürde. Wenn Bewerbungsdaten über WhatsApp oder ein Formular kommen, gehört das in die Datenschutzerklärung.

Wie kommt die Stelle in Google for Jobs?

Google zeigt Stellen in seiner Jobsuche, wenn die Stellenseite strukturierte Daten vom Typ JobPosting enthält. Strukturierte Daten sind ein maschinenlesbarer Block im Quelltext, der Google sagt: Das ist eine Stelle, bei diesem Arbeitgeber, an diesem Ort. Laut Google Search Central sind diese Angaben Pflicht:

  • title: nur die Berufsbezeichnung, ohne Ort, Gehalt oder Firmennamen
  • description: die vollständige Stellenbeschreibung mit Aufgaben, Anforderungen und Arbeitszeiten
  • datePosted: das Datum der Veröffentlichung
  • hiringOrganization: der Betrieb, der einstellt
  • jobLocation: der Arbeitsort mit Adresse und Land

Empfohlen sind unter anderem validThrough für die Bewerbungsfrist, employmentType für Vollzeit oder Teilzeit und baseSalary für das Gehalt. Das Gehalt darf dort nur der Arbeitgeber selbst angeben, keine Schätzung. Wichtig: Was in den strukturierten Daten steht, muss auch sichtbar auf der Seite stehen.

Strukturierte Daten für kleine Betriebe Was Schema-Markup ist und welche Typen ein kleiner Betrieb braucht.

Was passiert mit besetzten Stellen?

Eine besetzte Stelle muss von der Website verschwinden. Google verlangt, dass Stellen, auf die man sich nicht mehr bewerben kann, entfernt werden, und droht sonst mit manuellen Maßnahmen. Dafür gibt es drei Wege: validThrough auf ein Datum in der Vergangenheit setzen, die JobPosting-Daten von der Seite nehmen oder die Seite ganz löschen, sodass sie den Statuscode 404 oder 410 liefert.

Für den Bewerber ist eine veraltete Anzeige genauso schlecht. Wer sich meldet und hört „die Stelle ist längst weg“, bewirbt sich kein zweites Mal. Legen Sie deshalb fest, wer die Karriereseite pflegt, und schauen Sie einmal im Monat drauf. Suchen Sie dauerhaft, schreiben Sie das so hin, statt eine alte Anzeige mit neuem Datum stehen zu lassen.

Eine eigene Seite für die Ausbildung

Azubis und ihre Eltern suchen anders als Gesellen. Sie wollen wissen, was man in drei Jahren lernt, wer sich um sie kümmert, ob es ein Praktikum zum Reinschnuppern gibt und wie man vom Bahnhof oder mit dem Roller zum Betrieb kommt.

  • Beruf, Dauer, Berufsschule und Ausbildungsbeginn
  • Wer ausbildet, mit Foto und Namen
  • Ein Praktikum oder Schnuppertag, mit einem Knopf zum Anfragen
  • Was Azubis im ersten Jahr schon selbst machen dürfen
  • Was nach der Prüfung möglich ist, etwa Übernahme oder Meisterschule

Schreiben Sie die Azubi-Seite in einfacher Sprache und in der Du-Form, wenn das zu Ihrem Betrieb passt. Ein Video vom aktuellen Azubi, mit dem Handy gedreht, sagt mehr als jeder Absatz über Zukunftsperspektiven.

Was ich bei einer Karriereseite empfehle

Wenn ich eine Handwerker-Website baue, plane ich die Karriereseite von Anfang an mit ein, auch wenn gerade keine Stelle offen ist. Dann steht dort eine Initiativbewerbung, und sobald jemand gesucht wird, ist die Stellenseite in wenigen Minuten online, mit JobPosting-Daten und Bewerbungsknopf. Wie die übrigen Seiten einer Handwerker-Website aufgebaut sind, steht im Beitrag über die Grundlagen.

Website für Handwerker: was rein muss und was nicht Leistungsseiten, Einsatzgebiet, Impressum und Fotos.

Webdesign für Handwerker Wenn Sie eine Website mit Karriereseite wollen.

Stand: Oktober 2026. Die Angaben zur Entgelttransparenzrichtlinie und zum Datenschutz sind keine Rechtsberatung. Die Anwendbarkeit auf Ihren Betrieb klären Sie mit Ihrem Rechtsbeistand.

Quellen

Veröffentlicht am von Enver Eser. Themenfeld: Handwerk.

Fragen, die dazu oft kommen.

Mehr dazu, wie ich das für Betriebe umsetze:

Webdesign für Handwerker
Was kostet Google for Jobs?

Die Anzeige in der Jobsuche von Google kostet nichts. Voraussetzung ist eine Stellenseite mit korrekten strukturierten Daten vom Typ JobPosting. Eine Garantie, dass Google die Stelle zeigt, gibt es nicht.

Muss ich das Gehalt in der Stellenanzeige nennen?

Die Richtlinie (EU) 2023/970 gibt Bewerbern ein Recht auf Auskunft über das Einstiegsentgelt oder dessen Spanne, etwa in der Anzeige oder vor dem Vorstellungsgespräch. Wie das in Deutschland genau umgesetzt ist, klären Sie mit Ihrer Kammer oder Ihrem Rechtsbeistand. Unabhängig davon bekommen Anzeigen mit Gehaltsangabe oft passendere Bewerbungen.

Darf ich Bewerbungen per WhatsApp annehmen?

Viele Betriebe tun das, weil es für Bewerber der einfachste Weg ist. Bewerbungsdaten sind personenbezogene Daten, deshalb gehört der Kanal in die Datenschutzerklärung. Ob WhatsApp für Ihren Betrieb datenschutzrechtlich passt, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder Rechtsbeistand.

Brauche ich eine Karriereseite, wenn ich gerade niemanden suche?

Ja, eine schlanke Version lohnt sich. Eine Seite mit Initiativbewerbung, Teamfoto und Kontaktknopf fängt Bewerber auf, die von sich aus fragen. Wird eine Stelle frei, ist die Struktur schon da.

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